Historie

Zwischen Tradition und Moderne.
Die ADLER-APOTHEKE im Wandel der Zeiten.

Die Geschichte Zehlendorfs ist mit unserem Haus untrennbar verbunden. Die Gründung der Adler-Apotheke als erste Apotheke des Ortes war ein Zeichen für die Wandlung Zehlendorfs vom beschaulichen Dörflein zu einem der attraktivsten Vororte Berlins.

Folgen Sie uns auf eine kleine und kurzweilige Reise in die Vergangenheit und lernen Sie die wechselvolle Geschichte der Adler-Apotheke kennen, die seit nunmehr über 100 Jahren im Familienbetrieb geführt wird.

Und seien Sie versichert: während Sie die nebenstehenden Meilensteine lesen, arbeitet unser engagiertes Team bereits daran, den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden

2003 Die 4. Generation tritt an

Am 1. Januar 2003 übernimmt Claudia von Lehmann die Adler Apotheke und stellt bald fest, dass ein erneuter Umbau und eine Vergrößerung der Geschäftsräume notwendig ist. Beide Anliegen werden zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst, wobei zwar die traditionsreiche Officin beibehalten, ansonsten aber auf eine helle, freundliche Apotheke Wert gelegt wurde.

Mit Hilfe der auf den modernsten Stand der Technik gebrachten EDV und ständiger Fortbildung will das Team der Adler Apotheke den komplizierten Herausforderungen im Gesundheitswesen gerecht werden.

 

 

 

 

 

1976 Dr. Jorg Dieter von Lehmann

1976 erwarb Dr. Jorg Dieter von Lehmann die Adler Apotheke. Als Plackenkel betätigt er sich eben-falls ehrenamtlich. Er war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Berliner Apothekervereins, der die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen des Apothekerstandes vertritt.

Nach zwei gründlichen Umbauten 1977 und 1990 präsentiert sich die Adler Apotheke zum 100-jährigen Jubiläum als moderner und traditionsreicher Betrieb.

Dieses Jubiläum wurde am 1. Juli 1994 stilvoll im Garten des Hauses Teltower Damm 31 gefeiert. 180 Gäste waren geladen, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin Frau von Wedel, mehrere Stadträte, Ärzte, viele ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Geschäftsfreunde und Verwandte. Außerdem wurde die Chronik „100 Jahre Adler Apotheke“ erarbeitet, die allgemein großen Anklang fand.

Am 1. Januar 2003 übergab Dr. von Lehmann die Adler Apotheke an seine Tochter Claudia von Lehmann.


 

1941 Krieg und Nachkriegszeit

Als letzter Pächter übernahm am 1. Oktober 1941 der Schwiegersohn der Apothekenbesitzerin, Hans Jürgen von Lehmann, die Adler Apotheke. Wenig später wurde er bei Kriegsbeginn zur Wehrmacht eingezogen. Nach Dienst im Hauptsanitätspark Lichtenberg und kurzem Fronteinsatz leitete er die Lazarett-Apotheke des Hindenburg-Karnkenhauses, heute Behring-Krankenhaus. So konnte er sich ab dem späten Nachmittag noch seiner eigenen Apotheke widmen.

In der Adler Apotheke befinden sich noch Aufzeichnungen der Angestellten aus der Kriegszeit. Trotz der großen Schwierigkeiten haben viele Mitarbeiterinnen zuverlässig und mit Freude ihre Arbeit getan und es immer wieder verstanden, die Zehlendorfer Kunden mit Medikamenten zu versorgen. Für die heutige Generation ist es fast unglaublich, wie mit Erfindungsreichtum und Improvisation die damaligen Alltagsprobleme gelöst wurden.

Am 24. April 1945 drangen russische Soldaten ins Haus ein, suchten Schnaps und plünderten die Apotheke. Apotheker von Lehmann mußte alle pharmazeutischen Spirituszubereitungen „vorkosten“ und erlebte seine „blauesten“ Stunden, wie er später oft erzählte. Es gelang ihm, in dieser denkwürdigen Runde Kontakt zu einem russischen Militärapotheker aufzunehmen, der dann mehrere Plakate malte, auf denen in russischer Schrift das Plündern der Apotheke verboten wurde, da diese der Kommandatur unterstellt sei.

1950 wurde die Apotheke völlig umbebaut und zwei Jahre später konnte er sie von seiner Schwiegermutter kaufen.

Mit viel Enthusiasmus, Sachverstand und Herzlichkeit leitete er 35 Jahre lang die Adler Apotheke. Seinen langjährigen Mitarbeitern und Kunden ist er vor allem als ein stets freundlicher und humorvoller Mensch im Gedächtnis geblieben. Schmunzelnd erinnert man sich an seine „Streiche“, die ihn z.B. als „reichen Ölscheich“ verkleidet in die benachbarte Bank führten, um dort eine selbstangefertigte „Geldmaschine“ vorzuführen.

1904 Die Adler Apotheke in Familienbesitz

Dr. Georg Plack hatte im Jahr 1902 Marta Fiebrantz, Tochter des Apothekers Ferdinant Fiebrantz, geheiratet und leitete die väterliche Apotheke in Herrnstadt Kreis Breslau. Die 2000 Seelengemeinde wurde dem Paar jedoch zu langweilig und man zog nach Berlin, wo Dr. Plack die Zehlendorfer Apotheke erwarb und als Adler Apotheke ins Handelsregister eintragen ließ.

Wie sein Vorgänger übernahm Dr. Plack Ehrenämter in Zehlendorf und betätigte sich als stellvertretender Schatzmeister im Ortsverein. Er war Gründungsmitglied des Tennisclubs Zehlendorfer Wespen. Seine Rezepte „Dr. Placks Migränepulver“ und „Dr. Placks Puddingpulver“ erfreuten sich bis in die 1970iger Jahre großer Beliebtheit.

Am 21.Mai 1924 verstarb er im Alter von 52 Jahren nach einer Kieferoperation an Blutvergiftung. Die Trauer war auch im Ort sehr groß, da der Apotheker wegen seines liebenswürdigen Wesens und seiner großen Hilfsbereitschaft sehr beliebt war.
 

Die Witwe mit drei noch minderjährigen Kindern durfte nach preußischem Apothekenrecht die Apotheke verwalten lassen. Ab 1936 wurde sie verpachtet.

 

 

 

 

 

 

1894 Eröffnung der ersten Zehlendorfer Apotheke

Nach Erhalt der Konzession ließ Dr. Eugen Berthold in der Hauptstraße 2 (heute Teltower Damm 31) umgehend einen stattlichen Klinkerbau mit Schieferdach errichten.

Ein Jahr später wurde die Lebensfähigkeit der Apotheke jedoch im preußischen Abgeordnetenhaus (!) erneut in Zweifel gezogen. Diese konnte der Abgeordnete Knörcke, selber Zehlendorfer, zerstreuen, forderte aber die Bewohner auf, ihre Medikamente nicht in Steglitz und Berlin, sondern in Zehlendorf zu kaufen!

Auf den Tag genau leitete Dr. Eugen Berthold die Zehlendorfer Apotheke zehn Jahre lang, da die Konzession zwar verkäuflich, aber mit einer zehnjährigen Verkaufssperre belegt war, um eine schnelle und gewinnsüchtige Verwertung der Konzession zu verhindern.



 

1890 Von den Schwierigkeiten der ersten Apothekengründung in Zehlendorf

Urkundlich wurde Zehlendorf erstmals 1242 als "Cedelendorp" erwähnt, als die branden-burgischen Markgrafen den Ort an das Kloster Lehnin verkauften.

Erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts entwickelte sich das bäuerliche Angerdorf zum Berliner Vorort. Begünstigt wurde dieser Wandel durch die besondere Verkehrslage des Dorfes auf halber Strecke zwischen den Residenzstädten Berlin und Potsdam. Hier bestand ab 1818 eine Poststation mit Anspann an der ersten befestigten preußischen Chaussee, der "Steinbahn".

Als 1838 der erste Personenzug der "Stammbahn" in Zehlendorf eintraf, entdeckten immer mehr stadtmüde und wohlhabende Berliner die bequeme Verbindung zur Innnenstadt und ließen sich in Zehlendorf nieder.

1891 hatte der Ort incl. Landgemeinden und "Kolonien" 4750 Einwohner und man meinte, die Zeit wäre reif für eine ortsansässige Apotheke, um die langwierige Beschaffung der Arzneimittel aus der Teltower Apotheke zu beenden. Ein entsprechendes Gesuch des Heimatvereins an denTeltower Landrat Ernst v. Stubenrauch wurde mit dem Hinweis auf die geringe Einwohnerzahl abgelehnt. /Zehlendorf gehörte seinerseits noch zu Teltow und kamerst 1920 zu Berlin.)

Nach einem weiteren Fehlversuch richtete der Haimatverein 1892 eine Petition an das Potsdamer Ministerium, die mit dem Satz schloß: "Wir wünschen nichts weiter, als die Freiheit, auf eigene Kosten uns eine Apotheke zu beschaffen"

Am 3. Juli 1893 machte der Staatsminister Dr. Bosse endlich den Weg zu einer eigenen Apotheke in Zehlendorf frei und wies den Regierungspräsidenten Graf Hue de Grais an, ein Bewerbungsverfahren zu eröffnen. 29 Apotheker bewarben sich, ausgewählt wurde Dr. Eugen Berthold.